Schulbarometer 2025/26: Was Schülerinnen und Schüler belastet und stärkt
Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 hat Schülerinnen und Schüler zu ihrer Lebensqualität und ihrem Wohlbefinden befragt. Die Ergebnisse zeigen: Es besteht Handlungsbedarf.
Autor/in: Isabel Ehrlich (Raufeld Medien)
Datum: 20.03.2026
Leistungsdruck, Mobbing und fehlende Partizipation: Das aktuelle Deutsche Schulbarometer zeichnet ein bedenkliches Bild der psychischen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Demnach berichten 26 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen von einer geringen Lebensqualität, 25 Prozent von psychischen Auffälligkeiten. Damit steigt die psychische Belastung erstmals seit der Corona-Pandemie wieder an.
Hoher Leistungsdruck als Treiber für psychische Belastung
Ein Problem ist Leistungsdruck und daraus resultierender Stress. 61 Prozent stimmen (eher) zu, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, 47 Prozent stimmen der Aussage, dass sie auch am Wochenende lernen müssen, voll bzw. eher zu. Was viele vielleicht eher als Randthema wahrnehmen, aber für die Zufriedenheit der Kinder und Jugendlichen eine große Rolle spielt, ist Partizipation. Laut Schulbarometer wünschen sich beispielsweise 74 Prozent mehr Mitbestimmungsrecht bei der Auswahl der Unterrichtsthemen.
Ein hohes Risiko für die psychische Gesundheit: Mobbing
Mobbing ist für viele Schülerinnen und Schüler trauriger Alltag. Rund ein Drittel der befragten 11- bis 17-Jährigen wird mindestens einmal im Monat beschimpft, ausgeschlossen oder anderweitig schikaniert.
Laut Schulbarometer lässt sich hier ein Zusammenhang zwischen psychischen Auffälligkeiten herstellen. Fast die Hälfte der befragten psychisch auffälligen Kinder und Jugendlichen haben mindestens einmal im Monat verschiedene Formen von Mobbing durch andere Schülerinnen und Schüler erlebt. Auch fühlen sich jene, die mehrfach von Mobbing betroffen sind, deutlich weniger wohl an ihrer Schule: Fast die Hälfte (48 Prozent) geben ein geringes schulisches Wohlbefinden an.
Auch niedriges familiäres Einkommen belastet Schülerinnen und Schüler
Bei der Befragung 2025/26 hat das Schulbarometer auch die Situation zu Hause in den Blick genommen – beziehungsweise die finanzielle Situation. Und auch hier lässt sich ein Zusammenhang herstellen zu der Frage, wie gut oder wie schlecht sich Kinder und Jugendliche in der Schule fühlen. Liegt der Wert bei allen Schülerinnen und Schülern mit geringem schulischem Wohlbefinden bei 16 Prozent, steigt er bei jenen aus Familien mit niedrigem Einkommen auf 29 Prozent.
Welche Faktoren an Schulen erhöhen das Wohlbefinden?
Die besagte Partizipation ist ein wichtiger Hebel, den Schulen und Lehrkräfte berücksichtigen können. Denn 47 Prozent jener Kinder und Jugendlicher, die von einem hohen schulischen Wohlbefinden berichten, dürfen etwa bei den Klassenregeln an ihrer Schule viel oder sehr viel mitbestimmen. Ähnlich sieht es bei Partizipationsmöglichkeiten in anderen Bereichen der Schule oder des Unterrichts aus. Und auch wertschätzende und unterstützende Lehrkräfte wirken sich laut Schulbarometer ganz klar positiv auf die Schülerinnen und Schüler aus.
An dieser Grundschule hat Partizipation einen weiteren positiven Effekt auf das Wohlbefinden und die Gesundheit: Der Lärm im Unterricht wird reduziert.
Auf Seite 37 des Deutschen Schulbarometer 2025/26 werden die stärksten positiven Treiber sehr prägnant zusammengefasst: „Das schulische Wohlbefinden von Schüler:innen hängt zu rund 60 Prozent davon ab, ob sie sich von ihren Lehrkräften unterstützt fühlen, die schulischen Anforderungen als angemessen heraus fordernd erleben, ein gutes Miteinander in der Klasse erfahren und wie sie sich selbst in ihrer Leistungsfähigkeit einschätzen.“
Hintergrund zum Deutschen Schulbarometer
Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung ist eine repräsentative Umfrage, die an allgemein- und berufsbildenden Schulen durchgeführt wird. Zum schulischen und psychischen Wohlbefinden werden Schülerinnen und Schüler sowie Erziehungsberechtigte befragt, auch für Lehrkräfte gibt es ein eigenes Befragungsinstrument. Für das Deutsche Schulbarometer 2025/26 wurden bundesweit 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren in verschiedenen Schulformen befragt. Durchgeführt wird die Umfrage von der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH.
Alle weiteren Ergebnisse und den vollständigen Bericht zum Schulbarometer 2025/26 gibt es auf der Webseite der Robert Bosch Stiftung
Das Programm „Mind Matters – mit psychischer Gesundheit gute Schule entwickeln“ liefert zahlreiche Impulse für eine gesunde Schulkultur
Die Unfallkasse Berlin hat eine Infoseite für Eltern zum Thema Mobbing in der Schule zusammengestellt