Preisgekröntes VR-Projekt sensibilisiert Jugendliche für Unfallrisiken im Verkehr
Jugendliche sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Die „Fraunhofer IVI Accident Prevention School“ sensibilisiert Schülerinnen und Schüler mit Virtual Reality für Unfallrisiken. Dafür wurde das Projekt vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat ausgezeichnet.
Autor/in: Isabel Ehrlich (Raufeld Medien)
Datum: 11.03.2026
„Zero Verkehrstote“, also Null Verkehrstote: So lautet das erklärte Ziel der Fraunhofer IVI Accident Prevention School (FAPS). Doch aktuelle Unfallzahlen zeigen: Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. Viele verunglücken auf dem Rad oder zu Fuß immer wieder schwer oder gar tödlich – und das häufig aufgrund von Fehlverhalten anderer, motorisierter Verkehrsteilnehmender, heißt es in der Webseite des Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI.
Mit Virtual Reality mehr Sicherheit im Straßenverkehr für Jugendliche
Vor allem bei der Altersgruppe der 13- bis 16-Jährigen gehen die Unfallzahlen sprunghaft nach oben, erläutern die Verantwortlichen des Fraunhofer IVI in einem Videoclip. Nicht zuletzt, weil sie in diesem Alter vermehrt selbstständig zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs sind. Deswegen richtet ich das Unfallpräventionsprojekt FAPS gezielt an Jugendliche an weiterführenden Schulen und sensibilisiert für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – und zwar nicht nur für das eigene, sichere Verhalten, sondern auch dafür, Gefahren durch andere Verkehrsteilnehmende besser einschätzen zu können.
Dafür nutzen die Expertinnen und Experten des Fraunhofer IVI die Möglichkeiten von Virtual Reality. Die Jugendlichen sehen durch VR-Brillen drei Unfallszenarien, die zu besonders vielen tödlichen Unfällen im Straßenverkehr mit Fußgängerinnen und Fußgängern und Radfahrenden führen: Ein rechtsabbiegender Lkw, ein Kind, dass zwischen parkenden Autos auf die Straße läuft und ein Radfahrer, den man schlecht sieht.
Mithilfe der VR-Brillen werden diese Situationen nicht nur erläutert, sondern unmittelbar erlebbar. Die Jugendlichen können aus verschiedenen Perspektiven beobachten und nachvollziehen, welche Sichtbehinderungen oder Verhaltensweisen zu einem Unfall führen können.
Hauptpreis beim DVR Vision Zero Award 2025
Dieses interaktive und durchdachte Konzept hat auch den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) überzeugt: Die FAPS erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis des DVR Vision Zero Award 2025. In einer Pressemitteilung zum Award wird DVR-Präsident Manfred Wirsch mit folgenden Worten zitiert: „Die Fraunhofer Accident Prevention School macht aus Verkehrserziehung einen aktiven Lernprozess. Jugendliche erleben nicht nur, wie ein Unfall entsteht – sie verstehen ihn. Genau dieses Verständnis schafft wirksame Prävention.“
Die Pilotphase des FAPS startete im Jahr 2018 mit zehn teilnehmenden Schulen in Sachsen. Mittlerweile haben über 20.000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen – und die Verantwortlichen hoffen, so heißt es in dem Clip, das Projekt auch künftig weiter finanzieren und somit fortsetzen zu können.
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