DVR fordert verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse für Schulen
Bei Notfällen zählt jede Sekunde. Auch Kinder und Jugendliche können helfen, wenn sie wissen wie. Daher sind Erste-Hilfe-Kurse für Schulen und alle anderen Bildungseinrichtungen umso wichtiger.
Autorin: Isabel Ehrlich (Redaktion Raufeld)
Datum: 12.02.2026
Niemand stellt es sich gerne vor, und doch kann es passieren: Ein Notfall an der Schule, ein Kind oder eine Lehrkraft ist schwer verletzt. Jetzt muss es schnell gehen – doch wer hilft, und wie? Wer wählt den Notruf 112? Braucht es einen Druckverband, die stabile Seitenlage, muss die verletzte Person sogar wiederbelebt werden? Klar ist: Personen, die kürzlich einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben, können im Ernstfall schneller und gezielter reagieren.
„Wissen rettet Leben. Deshalb muss Erste Hilfe ein fester Bestandteil der Bildung werden – von der Grundschule bis zur Hochschule“, zitiert der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) seinen Präsidenten Manfred Wirsch zum Tag des Notrufs am 11. Februar. „Je sicherer junge Menschen im Umgang mit Notfällen sind, desto mutiger handeln sie, wenn jede Sekunde zählt.“
Erste-Hilfe an Schulen und auch Kindergärten thematisieren
Schon kleine Kinder könnten im Notfall helfen, heißt es in dem Statement des DVR. Etwa, indem sie Hilfe holen oder die 112 wählen. Wichtig sei, die Angebote für Erste-Hilfe-Kurse an Schulen oder im Kindergarten altersgerecht zu gestalten. Kinder und Jugendliche dürfen nicht überfordert werden, sondern brauchen ein Grundwissen darüber, was sie im Ernstfall zu tun ist und an wen sie sich wenden können. Das gilt an der Schule gleichermaßen wie etwa auf dem Weg dorthin – schließlich passieren viele schwere Unfälle im Straßenverkehr.
Und natürlich gilt auch für alle Erwachsenen und insbesondere Lehrkräfte sowie andere pädagogische Beschäftigte: Das Wissen zum Thema Erste Hilfe muss regelmäßig aufgefrischt werden. Wer die zentralen Schritte der Rettungskette kennt und regelmäßig trainiert, kann im Fall der Fälle schneller und sicherer handeln.
Welche Pläne zu Erste-Hilfe-Trainings an Schulen gibt es bereits?
Laut DVR gibt es in Niedersachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bereits Modellprojekte, um das Thema Erste-Hilfe im Unterricht einzubinden. Ziel müsse es aber sein, solche Projekte bundesweit umzusetzen. Denn: „Jedes Kind, das Hilfe holt, jeder Jugendliche, der den Notruf wählt, jeder Erwachsene, der eine Herzdruckmassage durchführt, kann ein Leben retten“, so DVR-Präsident Manfred Wirsch.
Wo finden Schulen Unterstützung und Informationen?
Schulleitungen und Lehrkräfte können zahlreiche Stellschrauben drehen, um das Thema Erste Hilfe an ihrer Schule wirksam zu etablieren. Welche Maßnahmen verpflichtend sind und was zusätzlich noch sinnvoll ist, erfahren sie unter anderem in der DGUV Information „Erste Hilfe an Schulen“. Hier werden alle zentralen Fragen beantwortet, etwa zu Meldeeinrichtungen, Erste-Hilfe-Material und den damit verbundenen Kosten. Zudem muss die Schulleitung dafür sorgen, dass jederzeit ausreichend Ersthelferinnen und Ersthelfer anwesend sind.
Laut DGUV Information „Erste Hilfe in Schulen“ gilt zum Thema Ersthelfende an Schulen:
- Lehrkräfte, die Sport unterrichten, müssen über eine aktuelle Erste-Hilfe-Ausbildung verfügen
- Es ist anzustreben, dass jede Lehrkraft in Erster Hilfe aus- bzw. fortgebildet ist
- Die DGUV empfiehlt Erste-Hilfe-Kurse für Schulen mit einem Umfang von jeweils neun Unterrichtseinheiten alle zwei Jahre; zu berücksichtigen sind länderspezifische Regelungen
- Die Ersthelferin bzw. der Ersthelfer muss für die Ausbildung nicht selbst zahlen; über die Kostenübernahme verständigen sich der zuständige Unfallversicherungsträger und die Arbeitgebenden
- ausgebildete Schülerinnen und Schüler können die Erste Hilfe unterstützen, so wie es auch der DVR fordert; die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes wird von vielen Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung unterstützt
Die Publikation enthält außerdem Hinweise, wie ein Unfall an der Schule dokumentiert werden muss.
Zum Weiterlesen:
Die DGUV Information „Erste Hilfe in Schulen“ zum Download.
Mission Erste Hilfe: An der Anne-Frank-Schule in Bargteheide sind Lehrkräfte gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im Schulsanitätsdienst aktiv.